Wie Herr Sebastian Gsangl zum ersten Mal richtig Urlaub gemacht hat

(nach einer Geschichte von Reiner Zimnik)

Alle wollen immer nur das tun, was alle anderen auch tun. Aber Gottseidank gibt es noch ein paar Leute, die das tun, was sie selbst tun wollen.
Zum Beispiel Herr Sebastian Gsangl aus München. Er Liebt seine Heimat, geht jede Woche zum Stammtisch in die Kneipe um die Ecke, trifft dort seine Freunde, trinkt Bier, spielt karten und redet über Gott und die Welt. Nur im Sommer sitzt er oft alleine in der Kneipe und trinkt sein Bier-seine Freunde sind dann weit weg, in Urlaub. Sebastian Gsangl Wollte nie in Urlaub fahren und ist sein ganzes Leben lang gerne in München geblieben. Hier war er rundum glücklich und zufrieden.

Im Herbst sind seine Freunde wieder da und erzählen vom Urlaub. “Warum fährst du denn in Urlaub?” sagen sie. “Fahr doch mal in den Süden, da hast du von von morgens bis abends Sonne.” “Du musst einfach mal Abwechslung”. Jedes Jahr hat Sebastian Gsangl die guten Ratschläge seiner Freunde ignoriert. Aber schließlich haben sie ihn doch überredet.
Und so ist Sebastian Gsangl dann zum ersten Mal in seinem Leben in ein Reisebüro gegangen und hat einen Flug in den Süden gebucht-eine vierzehntägige Reise nach Sizilien für 700 Euro. Das war zwar etwas zu teuer, aber dafür “alles inklusiv mit allem Komfort”.

Sebastian Gsangl ist ein gründlicher Mensch. Er hat sofort mit den Reisevorbereitungen angefangen. Zuerst ist er in die Buchhandlung gegangen und hat groß eingekauft: einen Italienführer, ein Buch über die Pflanzen-und Tierwelt Siziliens, ein Sprachbuch “Italienisch für Touristen” und eine Landkarte von Süditalien. Gleich am nächsten Tag ist er in die Apotheke gegangen; Schmerztabletten, Halspastillen, Magentropfen, Hautsalben und Sonnencreme- eine ganze Tüte voll.

Alle Bekannten haben ihm gratuliert: “Sie haben es gut. Sie können in den Süden fahren und müssen nicht hierbleiben, in diesem schrecklichen Regenwetter.” Aber Sebastian Gsangl hatte keine Probleme mit dem Regen- er hatte einen Regenschirm.
Dann hat er Abschied genommen . Jeden Tag ist er durch die Straßen gegangen,hat alle Sehenswürdigkeiten besucht und sogar Fahrradausflüge in die Umgebung gemacht. “was für ein schönes Land”, sagte er dann traurig, “und ich muss es bald verlassen!”

Ohne Begeisterung hat er schließlich die Koffer gepackt und sich zum letzten Mal in sein bequemes Bett gelegt. In dieser Nacht ist er lange nicht eingeschlafen.
Das Flugzeug nach Sizilien ist pünktlich abgeflogen, am nächsten Morgen im 9.40. Die Maschine war ziemlich voll-aber nicht ganz voll. Es gab einen leeren Platz. Sebastian Gsangl war zufrieden. Er durfte jetzt 700 Euro zu Hause Urlaub machen. Er ist spät aufgestanden, hat Frühstück gemacht und ist dann mit dem Fahrrad an die Isar gefahren. Der Himmel war blau, es war angenehm: nicht zu heiß und nicht zu kalt. Sebastian Gsangl hat an der Isar im Gras gelegen und eine Virginia geraucht. “was für ein schönes Land”, sagte er zu sich selbst, “was für ein schöner Urlaub”.

1. Was wollte Herr Sebastian Gsangl nie machen?

Correct! Wrong!

2. Was hat Sebastian Gsangl vor dem Urlaub gemacht?

Correct! Wrong!

3. Warum ist Sebastian Gsangl nicht nach Sizilien geflogen?

Correct! Wrong!

4. In der Kneipe redet Gsangl mit seinen Freunden über Gott und die Welt. Das bedeutet....

Correct! Wrong!

5. Wie haben die Freunde von Sebastian Gsangl auf seinen Entschluss, in Urlaub zu fahren, reagiert?

Correct! Wrong!

Wie Herr Sebastian Gsangl zum ersten Mal richtig Urlaub gemacht hat